center for contemporary non-objective art

AUSTRIAN ABSTRACTS October 2008

dextro (AT) Tina Frank (AT) Karoe Goldt (DE) LIA (AT) Andres Ramirez Gaviria (CO) Michaela Schwentner (AT)

Curator / Commissaire Norbert Pfaffenbichler (AT)

Auf der vorliegenden Kompilation finden sich sechs Videos von in Österreich lebenden KünstlerInnen. Sämtliche Arbeiten sind computergeneriert und gänzlich abstrakt, wobei sie stilistisch höchst unterschiedlich ausfallen. Eine auffallende Gemeinsamkeit ist jedoch die enge, konzeptuelle Verknüpfung von Bild und Ton.

Karoe Goldt
dianthus
Musik: Markus Popp/Oval
2007

Das Video "dianthus " von Karoe Goldt ist Teil einer Serie, in der sie Fotografien von Pflanzen digital verfremdet und animiert. Das jeweilige Gewächs ist titelgebend. Sie destilliert die pure Farbenpracht aus den Blüten in dem sie das florale Motiv hinter einem dichten Vorhang aus vertikalen Streifen verschwinden läßt. Langsam verändert sich die Farbigkeit und die Dichte der Streifen, wobei Bild und Ton in harmonischer Übereinstimmung dahin fliessen. Deutlich zu erkennen ist der Einfluß der "color field"-painter, wie etwa Mark Rothko oder Ad Reinhardt auf die Autorin, die über Malerei und Fotografie zum Bewegungsbild gefunden hat.

Michaela Schwentner
Tester
Musik: radian
2004

Michaela Schwentner visualisiert in ihrem Video "Tester" ein Stück der Wiener Elektronikband "radian". Sie gruppiert mehrere Bildfenster auf schwarzem Grund, die beständig ihre Anzahl, Form und Position verändern. Innerhalb dieser variablen Fenster sind digital abstrahierte Architekturfragmente zu erkennen. Virtuos laufen Bild und Ton in perfekter Synchronität ab. Musik und Video kommentieren sich nicht gegenseitig, sie bedingen einander.

lia
Study # 40
Musik: @c
2007

Die Arbeitsmethode der Grafikprogrammiererin lia ist einzigartig. Sie programmierte für ihre Zwecke eine Art visuelles Instrument, das vielfältigen Einsatz erlaubt. Mehrere Faktoren bestimmen dabei das jeweilige Endresultat. Die von ihr zuvor entworfenen grafischen Elemente können sowohl direkt vom Sound angesteuert werden als auch zusätzlich von bestimmten Algorithmen manipuliert werden. Nicht zuletzt erlaubt die komplexe Anwendung auch den manuellen Zugriff mittels Keyboard und Mouse. In ihren Videos gibt es einen permanenten bildlichen Enstehungs- und Auflösungsprozess mitzuerleben. Aus geometrischen Grundformen wie Ovale und Kurven formt sie durch temporäre Addition der Elemente komplexe Bildkompositionen. Das Video zeigt einen Ausschnitt aus einer audiovisuellen Liveperformances von lia und der portugiesischen Elektronikband @c, wobei sowohl die Bild- als auch die Tonebene improvisiert wurden.

Andres Ramirez Gaviria

- ./
2005
video 6 min.

The project -./ is a six-minute video that uses Morse code to visualize and sonify a section of the index from the book, Point and Line to Plane, written by Wassily Kandinsky in 1926.

One of the project’s proposed aims is to interpolate the visual or "cinematic" space generated in the video’s composition of abstract/aesthetic elements (e.g., line, plane) with the informational space constructed in the Morse code translation, as a way to invert the commonly known method of narration in audio-visual media. In its presentation of an abstract or non-objective video sequence, which linearly reads Kandinsky’s text using Morse code, the work reverts filmic strategies of narration to a paradox. The content and meaning of the video are not dictated by its visual narrative but rather by the time sequence in which the video and sound clips are edited.

The video also parodies the often-applied test in media art of "manipulating" technology with the end result of creating unexpected visual and/or sonic effects. -./ also recreates the impression of an image distortion or "Bildstörung," not through a "re-engineering" of technology, but through a carefully constructed image sequence which concurrently operates within the codes of aesthetics and communication.

Tina Frank
chronomops
Sound: Hecker
2005

Das Video "chronomops" (2005) wurde von Tina Frank mit einer selbst geschriebenen 3D-Software erstellt. Eine virtuelle Kamera befindet sich innerhalb von fünf ineinander geschichteten, farbigen Würfeln. Sämtliche visuellen Parameter der Animation wie Größe und Rotationsgeschwindigkeit der Objekte, die Farbigkeit und Helligkeit, usw. werden in Echtzeit durch den Soundinput manipuliert. Das Ergebnis dieses reaktiven, sysästhetischen Prozesses ist ein überwältigender psychedelischer Farbenrausch.

dextro
algorithmisches video 26
sound: a.m., tokyo, www.26666.org
2008

Der Künstler wünscht keinen Text zu seinem Video und diesem Wunsch trage ich hiermit Rechnung.

links:

DEXTRO

TINA FRANK

KAROE GOLDT

LIA

NORBERT PFAFFENBICHLER

ANDRES RAMIREZ GAVIRIA

MICHAELA SCHWENTNER